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Kann man Verkaufen lernen? Die ehrliche Antwort aus 30 Jahren Praxis

By Tobias Ain

August 13, 2024


Ja, Verkaufen kann man lernen. Ich sage das nach über 30 Jahren im Vertrieb und als Trainer, und ich sage es mit einer Einschränkung: Lernen heißt hier nicht lesen, sondern machen. Wer ein Buch über Verkaufsgespräche liest, kann danach über Verkaufsgespräche reden. Wer zwanzig Gespräche geführt und sich danach angeschaut hat, was gut und was schlecht lief, kann verkaufen.

Der Satz „Verkaufen liegt einem im Blut“ stimmt trotzdem zu einem kleinen Teil. Manche Leute starten leichter. In diesem Beitrag steht, was davon wirklich angeboren ist, was du lernen kannst, wie du anfängst und wie lange es dauert.

Was ist beim Verkaufen Talent und was ist Handwerk?

Talent hilft am Anfang. Wer gern auf fremde Menschen zugeht, schnell Gesprächsfäden findet und eine Absage nicht tagelang mit sich herumträgt, hat in den ersten Wochen einen Vorsprung.

Aber dieser Vorsprung schrumpft, sobald die anderen regelmäßig üben. Wer gut reden kann, erzählt oft zu viel und fragt zu wenig. Wer eher leise ist, hört meist genauer zu und bereitet sich besser vor. Beides lässt sich trainieren, und beides entscheidet im Gespräch mehr als Redegewandtheit.

Lernen kannst du alles, was ein Verkaufsgespräch im Kern ausmacht:

  • Fragen stellen, die den Bedarf des Kunden klären
  • Zuhören und das Gehörte aufgreifen
  • Mit Einwänden umgehen, ohne dich zu verteidigen
  • Ein Angebot so erklären, dass der Kunde es auf seine Situation beziehen kann
  • Um den Abschluss bitten
  • Am Telefon einen ersten Kontakt aufbauen

Das sind Fertigkeiten. Sie funktionieren wie Autofahren: Du kannst die Regeln auswendig kennen und fährst trotzdem schlecht, bis du viele Kilometer gesammelt hast. Bei mir heißt das seit Jahren „Können ist besser als Wissen“.

Wie lernst du Verkaufen Schritt für Schritt?

Für den Einstieg empfehle ich diese Reihenfolge. Sie beruht auf meiner Erfahrung aus Trainings, nicht auf einer Studie.

  1. Such dir eine einzelne Situation aus. Zum Beispiel den ersten Satz am Telefon, die Frage nach dem Preis oder den Einwand „Wir haben schon einen Lieferanten“. Wer alles auf einmal verbessern will, verbessert nichts.
  2. Lerne dazu ein einfaches Gerüst. Für den Gesprächseinstieg reichen drei Dinge: Wer bist du, warum rufst du an, welche offene Frage stellst du als Erstes. Mehr braucht es am Anfang nicht.
  3. Übe es laut. Mit einem Kollegen, mit einem Familienmitglied oder allein, mit dem Handy als Aufnahmegerät. Das fühlt sich anfangs albern an. Es ist trotzdem der Teil, der den Unterschied macht.
  4. Führe echte Gespräche und notiere danach zwei Dinge. Was lief gut, was würdest du beim nächsten Mal anders machen. Zwei Zeilen reichen.
  5. Hol dir Feedback von jemandem, der es besser kann als du. Das kann ein erfahrener Kollege sein, deine Führungskraft oder ein Trainer. Allein erkennst du deine Muster nur schwer.

Danach wiederholst du das Ganze mit der nächsten Situation. Wie das mit dem Telefon klappt, steht in 5 Tipps für deinen Start am Telefon. Wenn du wissen willst, wie sich das Lernen durch Kunden, die gut informiert kommen, und durch KI-Rollenspiele verändert hat, findest du das in Verkaufen lernen in einer digitalen Welt.

Wie lange dauert es, Verkaufen zu lernen?

Eine belastbare Zahl dafür gibt es nicht, und ich misstraue jedem, der dir eine nennt. Was ich aus Trainings und aus meiner eigenen Zeit im Vertrieb sagen kann: Die ersten spürbaren Fortschritte kommen nach wenigen Wochen, wenn du regelmäßig übst. Bis du in den meisten Gesprächen sicher bist, vergehen eher Monate. Und ausgelernt hat niemand, auch ich nicht.

Entscheidend ist weniger die Dauer als die Häufigkeit. Zehn Minuten Übung am Tag bringen mehr als ein Seminartag, nach dem du drei Monate nichts wiederholst. Warum das so ist, habe ich in Warum bringen die meisten Verkaufstrainings nichts? beschrieben.

Welche Wege gibt es, Verkaufen zu lernen?

Es gibt mehrere, und sie ergänzen sich. Kein einzelner reicht aus.

WegWofür er taugtWo er aufhört
Buch oder VideoGrundbegriffe und Ideen für Fragen und ArgumenteDu übst nicht, du liest
OnlinekursStruktur und ein Lernplan, den du in deinem Tempo abarbeitestFeedback fehlt, wenn du es nicht selbst organisierst
Seminar oder TrainingRollenspiele mit Feedback, viel Praxis an einem TagOhne Wiederholung im Alltag verpufft der Effekt
Mitfahren und MithörenEchte Gespräche erleben, Abläufe abschauenHängt davon ab, wie gut der Kollege ist und ob er Zeit hat
CoachingIndividuelle Blockaden erkennen und bearbeitenKostet Zeit und Geld, braucht Bereitschaft zur Selbstreflexion

Wenn du für dich anfängst, ist mein Onlinekurs „Verkaufen lernen“ ein guter Startpunkt, weil er dich vom Wissen ins Tun bringt. Wenn du ein ganzes Team entwickeln willst, gehört ein Training mit Praxisanteil dazu. Ich begleite Vertriebsteams als Verkaufstrainer. Den Unterschied zwischen Training und Coaching erkläre ich in Coaching vs. Training.

Welche Fehler machen Anfänger beim Verkauf lernen?

Fünf davon sehe ich immer wieder.

Sie erklären das Produkt, bevor sie wissen, was der Kunde braucht. Wer nach dreißig Sekunden anfängt, Funktionen aufzuzählen, hat noch keine Frage gestellt. Der Kunde hört dann zu, bis es ihm zu viel wird.

Sie hören nicht zu. Nach der zweiten Antwort des Kunden haben viele den nächsten Satz schon im Kopf. Dann bekommen sie nicht mit, was der Kunde gerade gesagt hat, und stellen später eine Frage, die er schon beantwortet hat.

Sie verteidigen sich bei Einwänden. „Zu teuer“ ist selten ein Angriff, meistens ist es eine Information. Frag nach, womit der Kunde den Preis vergleicht, bevor du antwortest.

Sie fragen nicht nach dem Abschluss. Das Gespräch war gut, alle waren freundlich, und am Ende sagt der Verkäufer „Melden Sie sich gern“. Meistens meldet sich dann niemand.

Sie nehmen eine Absage persönlich. Wer nach drei Neins das Telefon weglegt, kommt nicht auf die Gesprächszahl, bei der es klappt. Eine Absage sagt über das Angebot und den Zeitpunkt mehr aus als über dich. Dazu passt auch, wie du Vertrauen aufbaust, das habe ich in Wie baust du Vertrauen im Vertrieb auf zusammengefasst.

Fazit: Verkauf lernen funktioniert, wenn du übst

Talent ist beim Verkaufen ein Startvorteil und kein Schicksal. Wer Fragen, Zuhören, Einwandbehandlung und Abschluss einzeln übt, wird besser, egal wie er angefangen hat. Der Aufwand liegt in der Regelmäßigkeit: eine Situation, zehn Minuten am Tag, ein Gespräch pro Woche auswerten.

Wenn du das allein angehen willst, starte mit dem Onlinekurs. Wenn du ein Team hast und wissen willst, was bei euch am meisten bringt, sprich mich an.

FAQ – Häufige Fragen zum Verkaufen lernen

Kann jeder Verkaufen lernen?

Ja, die Grundfertigkeiten kann jeder lernen: Fragen stellen, zuhören, mit Einwänden umgehen, um den Abschluss bitten. Manche brauchen dafür länger, vor allem wenn sie Ablehnung stark persönlich nehmen. Üben hilft dagegen mehr als Talent.

Wie lange dauert es, Verkaufen zu lernen?

Erste Fortschritte merkst du bei regelmäßigem Üben nach wenigen Wochen, sichere Gespräche brauchen eher Monate. Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Das ist meine Erfahrung aus Trainings, keine Studie.

Wie fange ich an, wenn ich noch nie verkauft habe?

Such dir eine einzelne Situation aus, zum Beispiel den Einstieg in ein Telefonat. Lerne ein einfaches Gerüst dazu, übe es laut und führe dann echte Gespräche. Notiere danach, was gut lief und was du ändern willst.

Reicht ein Seminar, um Verkaufen zu lernen?

Ein Seminar ist ein guter Anfang, aber allein reicht es meistens nicht. Ohne Wiederholung im Alltag verblasst das Gelernte. Plane deshalb nach dem Seminar kurze, regelmäßige Übungseinheiten ein.

Was ist besser: Onlinekurs, Seminar oder Coaching?

Das kommt auf dein Ziel an. Ein Onlinekurs gibt dir Struktur und Tempo, ein Seminar bringt viel Praxis an einem Tag, ein Coaching hilft bei persönlichen Blockaden. Am meisten bringt eine Kombination aus Lernen, Üben und Feedback.

Banner zum Onlinekurs Verkaufen lernen von Tobias Ain

Telefonieren lernen mit KI:

Telefontraining mit KI. Mit künstlicher Intelligenz kann man Telefonieren lernen.

Der TelesalesCoach simuliert authentische Gespräche, die sich wie echte Kundengespräche anfühlen. Du sparst nicht nur Kosten für Einzeltrainings, sondern steigerst auch den Lerneffekt. Schnell einsatzbereit, leicht in den Alltag zu integrieren – besser als jedes gestellte Rollenspiel!

  • Sehr gut auf den Punkt gebracht. 🙂
    Ich sage meinen Ladys immer: Nicht „Wissen ist Macht“ – „ANGEWANDTES Wissen ist Macht“. Wir sind oft so kopflastig in unseren Verkaufsgesprächen, statt herzlastig zu sein und mit offenen Ohren genau hinzuhören, was der Kunde/die Kundin möchte und braucht.

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